Exklusiv-Interview mit Goofy (Kneipenterroristen)

Di, 28 Aug 2007 01:00:00, xxxxxxxxxxxxxxxxx, [post_tag: goofy, category: interviews-om, post_tag: kneipenterroristen]
OM: Als eine DER Onkelz-Coverbands, die seit 1989 im Geschäft ist, genießt ihr mittlerweile einen beachtlichen Ruf. Habt ihr irgendwann einmal Reaktionen von euren Vorbildern erfahren?
Goofy: Als wir anfingen, war es noch leichter. Da traf man die Onkelz noch bei BOSC-Treffen und konnte mit ihnen schnacken.
Die deutlichste Reaktion war, als sie am Lausitzring zu uns auf die Bühne kamen, um mit uns zu spielen. Das war uns vorher nicht gesagt worden und so war es `nen kleiner Schock, aber es hat echt Spaß gemacht. Besonders als hinterher raus kam, dass sie nur einen Song mit uns spielen sollten und nach dem dritten regelrecht von der Bühne gezerrt werden mussten…
OM: Wieso habt ihr euch ausgerechnet den Titel des Stückes „Kneipenterroristen“ als Bandnamen ausgesucht? Hat der Song eine bestimmte Bedeutung?
Goofy: Wir stehen einfach auf das Album und der Song ist auch klasse. Ansonsten passt er auch wie Faust auf Auge, oder etwa nicht? Ich wüsste zumindest keinen Titel oder keine Textzeile, die besser passen würde.
OM: Macht ihr euch keine Sorgen, dass ihr, indem ihr auch CDs mit eigenen Stücken herausbringt, den Charakter einer Onkelz-Coverband verwässert? Man könnte euch auch für überheblich halten, dass ihr es Kevin Russel und seinen Kollegen nachmachen wollt…
Goofy: Ehrlich gesagt haben wir davor keine Angst. Wir sind alles gestandene Musiker, die zum einen Bock haben, Onkelz zu spielen, aber auch eigene Ideen für Songs. Die eigenen Lieder klingen auch metallischer als die Onkelz-Songs. Die einzigen Gemeinsamkeiten sind die deutsche Sprache und die plastischen Texte
OM: Ich gehe einfach mal davon aus, dass ihr euch mit den Onkelz beschäftigt haben werdet. Und auch, wenn ihr die Frage womöglich öfter gestellt bekommt: Wie reagiert ihr, wenn wieder mal jemand auf die rechtslastige Vergangenheit der Böhsen Onkelz anspielt mit dem Spruch: „Einmal Nazi, immer Nazi“?
Goofy: Eigentlich wird es immer weniger. Selbst alte Antifa-Kämpfer geben hinter vorgehaltener Hand zu, dass sie mittlerweile Onkelz hören – zumindest kenne ich Einige. Hin und wieder muß ich mich als einziger Glatzenträger der Band immer mal selber rechtfertigen, doch die meisten schnallen schnell, dass es nix mit Nazi zu tun hat, sondern nur mit Haarausfall.
OM: Wie muss ich mir als – bisher – Unbeteiligter eure Konzerte vorstellen? Sind es eher Metaller, eher Skinheads, eher Rechte oder eher Punks, die dort anwesend sind? Ein gewisses Konfliktpotential ist doch bei eurem Publikum sicher vorhanden?
Goofy: Es ist bunt gemischt. Mittlerweile ist es ein Rockkonzert wie jedes andere auch. Bei uns feiern Punks, Skins, Metaller, Normalos gemeinsam. Es wird auch fair gepogt. Streß gibt es höchstens, wenn mal jemand die falsche Frau anbaggert oder nen Bier verschüttet. Jedes Billy Joel oder Depeche Mode Konzert ist da stressiger – das weiß ich aus meinen Erfahrungen als Security)
OM: Obwohl ihr alle noch bei anderen, recht bekannten Bands (z.B. Torment/Motörment, Paragon) aktiv seid, tourt ihr auch mit den Kneipenterroristen ziemlich viel durch die Lande. Habt ihr überhaupt noch Zeit für andere Sachen als „nur“ eure Musik?
Goofy: Du meinst so was wie Jobs oder so? Klar, von irgendwas müssen wir doch leben.
Heutzutage geht das nicht mehr so leicht und mal ganz ehrlich, wir sind nicht gerade Tokio Hotel *g*
OM: Wie lange werdet ihr weitermachen – mit den Kneipenterroristen und mit eurer Musik? Denkt ihr, ganz spießig, an Altersvorsorge?
Goofy: Wir sind doch alle zwischen 35 und 41 Jahre alt, da geht also noch Einiges, und mal ganz ehrlich: wir halten besser durch als mancher 20jährige! Dabei weiß ich nicht, ob es an unseren wöchentlichen „Trainingseinheiten“ liegt oder einfach daran, dass wir im Schnitt seit 20 Jahren so leben.
OM: Noch eine letzte Bitte: Nennt uns drei Gründe, OsnaMetal.de auf eurer Website zu verlinken!
Goofy: Auf jeden Fall dieses Interview? Das langt doch schon! 😉 ———-
Autor: Tim
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