Exklusiv-Interview mit Purid vom 26. November 2005

Dieses Interview ist aus dem OsnaMetal.de Archiv. Es kann leider sein, dass Teile der Einleitung verloren gegangen sind. Ich wünsche trotzdem viel Spaß mit dem Exklusiv-Interview mit Purid vom 26. November 2005 …

Exklusiv-Interview mit Purid vom 26. November 2005

OM: Hallo Purid. Ihr seid nach einigen Schwierigkeiten seit diesem Jahr wieder aktiv. Wie seid ihr mit dem, ich nenne es mal, „Neustart“ zufrieden?
Purid: Hallo OsnaMetal, ja der Neustart… Bislang läuft es recht vielversprechend an. Wir haben ja im Dezember 2004 am „Rock in der Region“-Contest teilgenommen und sind (für uns überraschend) bis ins Finale gekommen, wo wir immerhin vierter geworden sind (hört sich ja besser an als vorletzter). Und das alles ohne zu „wimpen “.
Und seit dem haben wir doch schon wieder einige Shows gespielt und es läuft immer besser. Neue Songs haben wir auch schon fertig, auch schon live gespielt und die nächsten liegen schon wieder zur „Endbearbeitung“ vor.
OM: Wie ist es zu der Pause gekommen?
Purid: Im Herbst 2003 hat uns unser damaliger (und auch wieder jetziger) Sänger Pascal verlassen. Es gab da ein paar Punkte, die nicht übereinstimmten, und so kam die Trennung zustande.
OM: Was habt ihr in der Zwischenzeit gemacht?
Purid: Einen neuen Sänger gesucht… Wir haben Anzeigen geschaltet und auch selber Angebote kontaktiert. Es gab daraufhin etwa 10 Jungs und Mädels die bei uns zum Vorsingen waren, aber irgendetwas passte immer nicht. Wir sind ja mittlerweile auch ein paar Jahre im Geschäft und haben da ein Gespür für, ob die Singerei von jemandem was taugt und ob sie zu uns passt. Ein paar Leute sind dann auch noch 2-3-mal wiedergekommen, bei anderen haben wir uns sofort „bedankt“…
Irgendwann habe ich mich dann mit Kai und Jörg (ex Dormitory) unterhalten. Beide suchten auch wieder eine Band und da haben wir es mit ihnen probiert und es hat sofort gepasst (…der Kai hat uns ja vor ein paar Jahren schon mal am Bass ausgeholfen bei einer Show – der wusste also wie es mit uns so läuft).
OM: Wie sieht denn zurzeit euer Line Up aus?
Purid: Am Mikro steht wieder der Pascal. Wir haben unsere damaligen Diskrepanzen ausgeräumt und er ist seit Anfang 2005 wieder im Boot. Dazu noch Kai am Bass und Jörg an der Gitarre. Seit Anfang an dabei sind Marc am Schlagzeug und ich (Nico, Anmerkung der Redaktion) an der Gitarre.
OM: Ich denke, dass es für eine Band schwer ist, wenn sie nach einer längeren Pause wieder Fuß fassen will. Konntet ihr euch dabei auf eure alten Kontakte berufen oder müsst ihr euch alles neu erarbeiten?
Purid: Das meiste müssen wir uns natürlich neu erarbeiten, da geht es uns nix besser als anderen Newcomern. Da wir ja musikalisch nicht mehr in der alten „Enola Gay – Schiene“ fahren, konnten die meisten Leute von damals (Plattenfirmen, Presseleute usw.) nix mit unserem Zeug anfangen. Ist halt doch ́ne andere Welt.
Ok, den einen oder anderen Veranstalter der sich an uns erinnert gibt es schon noch. Das versuchen wir ja auch zu nutzen, aber sonst läuft da im Moment nicht viel mit alten Bekanntschaften.
OM: Auf eurer Homepage erfährt man, dass ihr an neuen Songs arbeitet. Wie weit ist die Arbeit denn schon fortgeschritten?
Purid: Wir haben so 2-3 neue Nummern soweit fertig, dass gerade nur noch der Gesang angepasst wird. Des Weiteren setze ich mich mit Jörg ab und zu alleine zusammen, um seine und meine Ideen ein wenig auszuarbeiten, damit wir sie den anderen präsentieren können.
OM: Könnt ihr vielleicht jetzt schon sagen, wie die Richtung der neuen Songs ausfallen wird. Bleibt ihr der alten Richtung treu oder habt ihr neue Einflüsse?
Purid: Im Grunde ist eh ́ nur alles Rock ́ n ́Roll, oder? Nee, im Ernst: Es wird weiterhin einen Mix aus Old School Thrash und modernen Parts geben, das macht ja gerade den Reiz aus, denke ich.
OM: Wie ist denn der Entstehungsprozess der Songs? Wird das gemeinsam gemacht oder sind dafür nur einzelne Bandmitglieder verantwortlich?
Purid: Also, wie schon gesagt, die meisten Sachen entstehen indem Jörg und ich uns zusammensetzen und unsere Ideen austauschen. Das sind aber oft nur einzelne Parts, die wir dann beim Proben vorstellen und dann zusammen in der Band zusammenfügen und ausarbeiten. Manchmal entstehen aber auch Sachen, indem wir einfach nur rumprobieren oder ein wenig jammen. Pascal legt dann seine Gesangslinien drüber und macht hier und da seine Anregungen und Umstellungen. Im Endeffekt werden die gesamten Arrangements aber von der ganzen Band ausgearbeitet bzw. abgesegnet. Wenn einem irgendwas nicht passt wird auch mal rumprobiert ob sich nicht doch noch was Besseres findet.


EMP Fire Lounge
EMP Fire and Lounge *

OM: Was wollt ihr mit den neuen Liedern machen. Werdet ihr sie wieder als Eigenproduktion rausbringen oder wollt ihr sie erst einmal live testen wie sie bei den Fans ankommen?
Purid: Wir haben es in den letzten Jahren meistens so gemacht, dass wir neue Songs, wenn sie denn dann sitzen, erst ein paar mal live gespielt haben um je nach Reaktion des Publikums vielleicht doch noch ein paar Kleinigkeiten zu ändern oder auch nicht.
Auch achten wir dann darauf ob die Sachen live reproduzierbar sind, was nützt dir die fetteste Produktion mit 7 Millionen Gitarren und 36 Kick-Drums wenn dann bei einem Konzert nur Geplätscher rüberkommt.
Aber wenn wir die neuen Sachen für gut genug halten, werden wir mit Sicherheit wieder eine Eigenproduktion herausbringen. Die Kosten dafür können wir hoffentlich wieder relativ gering halten, da wir die Basics bei mir im Kellerstudio aufnehmen und nur für die Vocals und zum Mischen in ein richtiges Studio gehen werden. Geplant ist das ganze für das Frühjahr 2006, mal sehen ob das klappt.
OM: Auf eurer Homepage sind nur zwei ausstehende Konzerte zu finden. Wollt ihr im Hinblick auf das Komponieren die Liveshows reduzieren oder fehlen euch aufgrund eurer Pause noch die Anfragen?
Purid: Nee, spielen wollen wir schon. Wenn sich etwas anbietet, prüfen wir das kurz, ob sich das bei allen terminlich machen lässt, und dann rocken wir das Haus. Das Live-Set sitzt eigentlich mittlerweile schon, trotzdem nehmen wir das schon noch ernst und proben es ein paar Mal vor den Gigs. Aber im Wesentlichen können wir uns auf neue Sachen konzentrieren.
Wir werden zwar von Angeboten gerade nicht überrannt, aber es wird schon wieder mehr, und der Kai kümmert sich auch ganz liebevoll ums Booking und holt was rein.
OM: Wie muss ich mir denn euren Bandalltag vorstellen? Trefft ihr euch regelmäßig oder probt ihr nur vor Auftritten?
Purid: Wir proben normalerweise 1-2-mal pro Woche, vor Aufnahmen kann es auch schon mal mehr werden. Leider sind zurzeit 2 Leute von uns am Bauen, und einer muss abends meistens Arbeiten. Deswegen sind wir im Moment froh, wenn wir es einmal pro Woche alle zusammen schaffen.
Aber irgendwie klappt das dann doch immer wieder!
OM: Zum Abschluss brennt mir noch eine Frage unter den Nägeln: Ihr habt ja schon so einige Schwierigkeiten wie Namenswechsel und die bereits angesprochene Pause gemeistert. In eurem Gästebuch weht euch trotzdem ein ziemlich starker Gegenwind entgegen. Kommen bei euch schon langsam die Selbstzweifel oder sagt ihr euch noch „Jetzt erst recht“?
Purid: Findest du? Also, bis auf diesen (oder diese) einen Motzki finde ich das gar nicht so negativ. Oder habe ich nicht alles gelesen?
Das es immer welche gibt die was zu meckern haben ist doch klar, ich finde ja auch nicht alles klasse. Und wenn uns einer „Verräter am Metal“ nennt, ja was soll ich dazu sagen? Das stört uns echt nicht im Geringsten. Wir können mit konstruktiver Kritik wohl umgehen, aber wenn man mit solchen Leuten diskutieren will oder eine Antwort gibt, dann heißt es gleich „. die sind soooo empfindlich und können keine Kritik vertragen….“. Deswegen lassen wir uns davon eigentlich gar nicht beeinflussen.
Außerdem machen wir die Mucke ja auch für uns und deswegen sollte sie uns selbst ja auch ein wenig gefallen. Ob wir dabei irgendwelche Trends setzen oder irgendwelchen Trends hinterherlaufen ist für uns echt zweitrangig. Aus dem Alter sind wir schon raus.
Und wenn das Gästebuch vollgeschrieben wird, mit welcher Tendenz auch immer, heißt das doch auch gleichzeitig, dass sich Leute mit der Band beschäftigen. Allerdings haben meiner Meinung nach persönliche Vorwürfe oder Diffamierungen in solch einem öffentlichen Forum nix zu suchen, die sollten lieber Auge in Auge rübergebracht werden oder ganz unterlassen werden.
OM: Vielen Dank für das Interview. Ich wünsche euch viel Glück bei eurem weiteren Weg.
Purid: Danke …
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Autor: Striker