Interview mit Boozed

Do, 15 Jan 2009 00:00:00, xxxxxxxxxxxxxxxxx, [post_tag: boozed, category: interviews-om]
Boozed haben mit einer kreativen Variante auf ihre neues Album aufmerksam gemacht. Lange geheim gehalten ist nun klar, dass Fieber! die entsprechende Release Party wird.
OM: Die Veröffentlichung des Nachfolgers von „Acid Blues“ steht kurz bevor. Lasst uns zunächst mal ein wenig zurückschauen: Wie habt Ihr die vergangenen knapp zwei Jahre seit „Acid Blues“ als Band erlebt? Die Kritiken, auch und gerade in den „großen“ Magazinen waren überwiegend positiv- hat sich das auch in den Verkäufen niedergeschlagen? Und wie lief es an der Livefront?
Boozed: Die letzten beiden Jahre waren insgesamt ziemlich durchwachsen. Einerseits war viel Schönes dabei, aber wir hatten auch einige Probleme zu knacken. Ich fang mit dem Mist an: Dass Marv ausgestiegen ist, hat uns natürlich zurückgeworfen, weil dadurch fast eine komplette Festivalsaison im Arsch war und wir einige wichtige Gigs absagen mussten. Außerdem wussten wir nicht, wer ihn ersetzen soll und haben uns darüber ziemlich den Kopf zerbrochen, was für alle anstrengend war. Schließlich hat er fast von Anfang an mitgemacht und wir waren einfach total verschworen. Da kannst du nicht irgendwen hinstellen, der die Sachen spielen kann und hoffen, dass weiter nichts passiert. Zum Glück ist Patti von den December Peals diverse Male eingesprungen und hat den Job super gemacht. Damit komme ich auch schon zu den erfreulichen Dingen: Mit Patti hatten wir unterwegs eine Menge Spaß und gute Shows, deswegen war die Motivation nie zu arg unten. Schließlich haben wir mit Nico einen festen neuen Gitarristen gefunden, der es voll draufhat und auch noch cool ist. Mittlerweile sind wir wieder top eingespielt in der neuen Besetzung. An der Livefront hat sich in den letzten zwei Jahren abgezeichnet, dass gerade zu unseren kleineren Headlinershows im Schnitt mehr Leute kommen. Dicke Sachen wie der Support für Turbonegro und besonders die Gigs mit den Hellacopters auf deren Abschiedstour waren auch wieder sehr geil. Ich habe das Gefühl, dass die Sache langsam ein bisschen mehr ins Rollen kommt. Zumindest die schlechtbesuchten Shows und die mit mieser Stimmung werden echt deutlich seltener, auch wenn sich das in den Verkäufen kaum niedergeschlagen hat. Aber wir können drauf scheissen, weil wir Spaß auf der Bühne haben und gute Musik machen.
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OM: Die letzten zwei Monate wart Ihr im Studio, um den Nachfolger aufzunehmen – erzählt mal was zum „Charakter“ der neuen Platte! Wie schätzt Ihr sie musikalisch ein, was ist anders und (natürlich) besser als auf den Vorgängern?
Boozed: Dadurch, dass wir wesentlich mehr Zeit für Songwriting und Aufnahmen hatten, konnten wir uns den Luxus leisten, erstmals nicht alle aufgenommenen Songs auf die Scheibe zu packen. Also konnten wir ein paar Schwächere absägen. Die übrigen Nummern sind insgesamt etwas detaillierter und melodischer, dabei aber trotzdem größtenteils fix und ziemlich geradeaus in die Fresse. Allerdings nicht durch die Bank; zwei oder drei ruhigere Songs sind auch dabei. Wir haben den Anteil an klassischem Rock ́n ́Roll zugunsten von punkigen oder etwas kaputten Sachen glaube ich leicht runtergeschraubt, vielleicht ist das aber nur mein persönlicher Eindruck. Eine große Stiländerung hatten wir aber eh nicht vor. Wir wollten ein bisschen vielseitiger sein, und das hat auch funktioniert. Besser als auf den Vorgängern sind in erster Linie die Songs selbst, aber auch die Performances.
OM: Im Herbst erschien in Russland eine Compilation-CD mit Songs der beiden ersten Alben. Erzählt mal, wie es dazu kam und wie man es als Bramscher Band zu einem Russland-Deal bringt!
Boozed: Da gibt es einen Russen, der uns gehört hat und der uns gut fand. Er hat Alex kontaktiert und mit ihm klargemacht, dass in Russland etwas von uns veröffentlicht wird. So hab ich das zumindest verstanden. Ich finde das echt gut und hoffe auch, dass wir dann mal ein paar Daten in Russland spielen werden. Unser Filmer Wlade hat Moskau und Sankt Petersburg empfohlen. Würde ich mir gern mal ansehen!
OM: Im September hattet Ihr ein zweites Mal die Möglichkeit, die Hellacopters bei mehreren Dates zu supporten – auch noch auf deren Abschiedstour. Wie sind Euch die Konzerte in Erinnerung geblieben?
Boozed: Wie beim ersten Mal war es ziemlich geil, erstens vor einem reinen, feierwütigen Rockpublikum zu spielen, und sich zweitens nochmal einige der vermutlich letzten Shows dieser genialen Band reinzuziehen. Die Gigs waren fast alle Hammer, und wir haben viele Leute getroffen, die man schon fast als alte Bekannte bezeichnen kann.
OM: Mit dem „Boozed Brothers“ E-Mag habt Ihr eine originelle Variante gefunden, News und Fakten über Boozed unters Volk zu bringen. Erzählt mal etwas zu den Hintergründen dieser Idee!
Boozed: Die Überlegung war, dass uns Leute, die Bock drauf haben, unterstützen, indem sie ein bisschen Wirbel machen und rumerzählen, wie es bei uns abgeht – also sehr gut – und dafür zum Beispiel billiger Tickets bekommen und so weiter. Es gibt auch schon eine ganze Menge Boozed Brothers, man erkennt sie an den schicken weißen Shirts, ihrem
hervorragenden Aussehen und der Partystimmung.
OM: Eure Diskographie weist so einiges an 7“s und speziellen Releases auf. Wie wichtig ist Euch das? Seid Ihr selbst Sammler, oder sind diese Veröffentlichungen eher als nettes Gimmick zu werten?
Boozed:Ich bin selber absolut kein Sammler, sondern ein ganz stumpfer Konsument. Aber viele Leute stehen eben sehr auf solche Sachen, und weil wir und besonders Alex öfters gute Ideen für solche kleineren Sachen hatten, haben wir das einfach gemacht. Vielleicht sollte ich mir mal ein paar von den Dingern besorgen und mir die Altersteilzeit ersparen.
OM: Wie sieht es in Zukunft konzerttechnisch aus? Ist neben den bestätigten Einzelgigs auch wieder eine Tour möglich?
Boozed: Klar, wir werden auf jeden Fall ein oder zweimal auf Tour gehen dieses Jahr und uns das Feeling abholen!
OM: Zum Abschluß mal was zum Thema FIEBER: Wie seid Ihr auf die Idee zu dieser ungewöhnlichen Aktion gekommen?
Boozed: Wir fanden, dass in Osna noch was fehlt in Richtung Rock. An Metal gibt es ja schon seit zig Jahren einiges, auch die Indieschiene wird ziemlich gut bedient. Aber wir stehen halt auf fetzige Rockmusik und wollen mal sehen, ob da noch was geht. Wir sind eigentlich schon alle total zufrieden hier, es geht wirklich nur um ein paar Prozent!
———- Autor: Andree
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